# Konkrete Bereiche der chinesischen Förderindustrien und deren Investitionschancen

Guten Tag, geschätzte Investoren. Mein Name ist Liu, und ich blicke auf mehr als 26 Jahre Berufserfahrung zurück – davon 12 Jahre in der Betreuung internationaler Unternehmen bei der Jiaxi Steuerberatungsfirma und 14 Jahre in der handfesten Registrierungs- und Gründungsabwicklung. In dieser Zeit habe ich unzählige Geschäftspläne, Markteintrittsstrategien und leider auch einige gescheiterte Projekte begleitet. Was mich immer wieder fasziniert, ist die Dynamik und Tiefe des chinesischen Marktes, besonders in den sogenannten "Förderindustrien". Dies sind jene Sektoren, die von der Regierung aktiv durch politische Leitlinien, Steueranreize, Finanzierungsunterstützung und gezielte Infrastrukturmaßnahmen vorangetrieben werden. Für Investoren, die gewohnt sind, in stabilen Rechtsrahmen zu agieren, mag das chinesische Modell zunächst komplex wirken. Doch genau in diesem Zusammenspiel von staatlicher Lenkung und marktwirtschaftlicher Dynamik liegen einzigartige Chancen. Dieser Artikel soll kein theoretisches Lehrbuch sein, sondern eine praxisnahe Führung durch konkrete Felder, in denen sich Kapital mit politischem Rückenwind klug positionieren kann. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen werfen und verstehen, wo die Hebel wirklich angesetzt werden.

Hochleistungs-Halbleiter und Chip-Design

Das Thema ist in aller Munde und stellt zweifellos eine der höchsten Prioritäten in Chinas industrieller Strategie dar. Es geht hier nicht nur um wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, sondern um technologische Souveränität. Die Förderung erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette – von der Erforschung von Basismaterialien wie Siliziumkarbid-GaN-Wafern über fortschrittliche Fertigungsprozesse (den berühmten "Nano-Metern") bis hin zum Chip-Design (EDA-Software) und der Herstellung von Produktionsanlagen. Der staatliche "Große Fonds" (Big Fund) pumpt Milliarden in heimische Champions wie SMIC oder Hua Hong Semiconductor. Für ausländische Investoren eröffnen sich Chancen oft indirekter: als Zulieferer von hochspezialisierten Materialien, Komponenten für Fertigungsanlagen oder durch Joint Ventures in weniger sensiblen Teilbereichen. Ein Klient von uns, ein deutscher Hersteller von ultrareinen Chemikalien für die Wafer-Reinigung, konnte durch eine strategische Partnerschaft mit einem chinesischen Park für integrierte Schaltkreise nicht nur steuerliche Vorteile (z.B. reduzierte Einkommensteuer für High-Tech-Unternehmen) nutzen, sondern auch priorisierten Zugang zu lokalen Kunden erhalten. Die größte Herausforderung ist hier oft die Due Diligence in Bezug auf Exportkontrollen (wie die US-amerikanischen EAR-Regeln) und die langfristige Absicherung des geistigen Eigentums. Es ist ein Feld für geduldige Investoren mit langem Atem und tiefem technischen Verständnis.

Die lokalen Regierungen konkurrieren zudem heftig um Ansiedlungen in diesem Bereich. In Städten wie Shanghai, Shenzhen oder Hefei bieten sie nicht nur massive Kapitalspritzen, sondern auch vergünstigte Industrieparzellen, beschleunigte Baugenehmigungen und Unterstützung bei der Rekrutierung von Talenten. Ein oft übersehener, aber lukrativer Bereich ist die Nachrüstung und Wartung der bestehenden, globalen Halbleiterfabriken in China. Auch hier besteht ein riesiger Bedarf an hochqualifizierten Dienstleistungen und Ersatzteilen. Die Politik setzt hier klare Signale: Wer zur Stärkung dieser kritischen Lieferkette beiträgt, ist willkommen. Allerdings muss man die sich ständig ändernde regulatorische Landschaft im Auge behalten – da kann einem schon mal der Kopf schwirren, aber genau dafür sind wir ja da, um da durchzusteigen.

Neue Energiefahrzeuge und intelligente Vernetzung

China ist nicht nur der größte Markt für Elektrofahrzeuge, sondern hat auch eine beispiellose industriepolitische Unterstützung für diesen Sektor aufgebaut. Die Förderung geht weit über Kaufprämien für Endverbraucher hinaus. Sie umfasst massive Investitionen in die Ladeinfrastruktur, direkte Subventionen für Batteriehersteller und gezielte Quotenregelungen für Automobilhersteller (der sogenannte "Dual-Credit"-Mechanismus). Der Fokus verschiebt sich nun von der reinen Antriebswende hin zur "Intelligenten Vernetzung" – also autonomes Fahren, Vehicle-to-Everything (V2X)-Kommunikation und integrierte Mobilitätsdienstleistungen. Für Investoren ergeben sich Chancen entlang der gesamten neuen Wertschöpfungskette: bei leistungsstarken Batteriezellen der nächsten Generation (z.B. Festkörperbatterien), bei hochpräzisen Sensoren wie Lidar, bei spezialisierten Halbleitern für die Fahrzeug-E/E-Architektur oder bei Softwareplattformen für das Fahrzeugmanagement.

Ein praktisches Beispiel aus meiner Arbeit: Ein europäischer Mittelständler, der hochpräzise Gussteile für Elektromotoren herstellt, stand vor der Entscheidung, ob er in China lokal produzieren soll. Die Analyse zeigte, dass eine lokale Produktion nicht nur die Logistikkosten senken, sondern auch die Voraussetzungen für den Status eines "High-Tech KMU" schaffen würde. Dieser Status bringt neben Steuervergünstigungen auch die Möglichkeit mit sich, in von der Regierung ausgewiesenen "NEV-Industrieclustern" Land zu günstigen Konditionen zu pachten. Die größte administrative Hürde war dabei nicht die Steuer, sondern die Zertifizierung der Produkte nach chinesischen Automobilstandards (China Compulsory Certification, CCC), ein Prozess, der ohne lokalen Partner äußerst langwierig sein kann. Meine Einsicht nach all den Jahren: In China geht es bei Investitionen in Förderindustrien selten um den schnellen Exit. Es geht darum, sich als unverzichtbarer Teil eines langfristigen, staatlich gewollten Ökosystems zu positionieren. Wer nur die Subventionen abschöpfen will, scheitert meist kläglich.

Künstliche Intelligenz und industrielle Integration

KI wird in China nicht primär als eigenständige Tech-Blase gesehen, sondern als "Enabling Technology" – also als treibende Kraft für die Modernisierung aller traditionellen Industrien. Daher liegt der Fokus der Förderung auf der praktischen Anwendung: KI in der Fertigung ("Smart Manufacturing"), in der Logistik, im Gesundheitswesen oder in der Stadtverwaltung ("Smart City"). Der Staat fördert dies durch Pilotprojekte, den Aufbau von Open-Source-Plattformen und den Kauf von KI-Dienstleistungen für den öffentlichen Sektor. Investitionschancen liegen weniger in der Entwicklung generischer Basiskünstlicher Intelligenz (wo chinesische Tech-Giganten bereits dominieren), sondern in hochspezialisierten, vertikalen KI-Lösungen. Ein deutscher Softwareentwickler für predictive Maintenance in der Stahlindustrie fand beispielsweise in der Provinz Hebei, einem Zentrum der Schwerindustrie, offene Türen vor. Die lokale Regierung subventionierte die Pilotierung seiner Software in einem staatseigenen Stahlwerk, was ihm einen entscheidenden Referenzkunden und wertvolle Daten zur Anpassung seines Produkts verschaffte.

Konkrete Bereiche der chinesischen Förderindustrien und deren Investitionschancen

Ein kritischer Punkt ist hier der Umgang mit Daten, dem "Treibstoff" der KI. Das chinesische Datensicherheitsgesetz schafft einen komplexen Rahmen, der Investitionen nicht verhindert, aber klare Spielregeln definiert. Erfolgreich sind hier oft Joint-Venture-Modelle, bei denen die ausländische Seite den Algorithmus und das Know-how einbringt, während der lokale Partner für die Datenbeschaffung, -aufbereitung und die Beziehungen zu Endkunden sorgt. Die steuerliche Behandlung von Ausgaben für F&E, insbesondere für Software und Lizenzen, kann hier sehr vorteilhaft gestaltet werden – ein Punkt, den wir bei Jiaxi oft bis ins Detail durchplanen. Es ist ein spannendes, aber auch heikles Feld, wo man genau wissen muss, wo die roten Linien verlaufen.

Biotechnologie und fortschrittliche medizinische Versorgung

Angetrieben durch eine alternde Bevölkerung und den politischen Willen zur Verbesserung der Volksgesundheit, erfährt die Biotech-Branche in China massive Unterstützung. Gefördert werden insbesondere die Bereiche innovative Arzneimittel (z.B. CAR-T-Zelltherapien, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate), Gentherapie, hochpräzise medizinische Geräte und die "Digital Health"-Infrastruktur. Der regulatorische Weg für die Zulassung neuer Medikamente wurde deutlich beschleunigt, und das nationale Krankenversicherungssystem nimmt innovative Medikamente zunehmend schneller in den Leistungskatalog auf, was den kommerziellen Durchbruch erheblich beschleunigt. Für Investoren bieten sich Chancen in der Auftragsforschung und -entwicklung (CRO/CDMO), in Nischenbereichen der Medizintechnik, wo deutsche Ingenieurskunst nach wie vor gefragt ist, oder in der Herstellung von hochreinen Wirkstoffen.

Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem ein Schweizer Hersteller von diagnostischen Geräten eine Produktionsstätte in Suzhou aufbauen wollte. Der Schlüssel zum Erfolg lag nicht nur in den offensichtlichen Steuervergünstigungen für High-Tech-Unternehmen, sondern in der frühen Einbindung in das lokale "Biotech-Ökosystem". Durch die Ansiedlung in einem spezialisierten Biopark erhielt das Unternehmen Zugang zu gemeinsamen Reinraumlaboren, zu einem Pool von Fachkräften von nahegelegenen Universitäten und vor allem zu einem beschleunigten Dialog mit den Zulassungsbehörden (NMPA). Die größte administrative Lektion hier: Die Dokumentation für medizinische Produkte in China ist extrem detailreich und folgt eigenen Standards. Ein 1:1-Übertrag der europäischen CE-Dokumentation funktioniert nicht. Hier zahlt es sich aus, von Anfang an mit Experten zusammenzuarbeiten, die beide Welten kennen – sonst verzögert sich die Markteinführung um Jahre.

Erneuerbare Energien und grüne Technologien

Chinas Ambitionen zur Kohlenstoffneutralität ("Dual Carbon"-Ziele: Spitzenemissionen vor 2030, Neutralität vor 2060) haben einen gewaltigen Investitionszyklus ausgelöst. Gefördert werden nicht nur Wind- und Solarenergie im großen Maßstab, sondern auch unterstützende Technologien wie Energiespeicher (insbesondere Netz-speichergroße Batteriesysteme und Wasserstoff), intelligente Netze (Smart Grid), Kohlenstoffabscheidung und -nutzung (CCUS) sowie alle Formen der Energieeffizienzsteigerung in der Industrie. Die Chancen für ausländische Investoren liegen oft in der Nische der Hochtechnologie: hochwertige Spezialmaterialien für Solarmodule, Steuerungssysteme für Windkraftanlagen, Kernkomponenten für Elektrolyseure zur Wasserstofferzeugung oder Softwarelösungen für das Energiemanagement von Industrieanlagen.

Ein konkretes Projekt, das ich betreut habe, betraf ein österreichisches Unternehmen, das Wärmepumpensysteme für die industrielle Abwärmenutzung herstellt. Während der Produkt an sich überzeugte, war der entscheidende Hebel für den Markteintritt die Einbettung in ein lokales "Energiespar-Projekt", das von der Provinzregierung finanziell unterstützt wurde. Durch die Partnerschaft mit einem chinesischen Engineering-Unternehmen konnte das österreichische System als Teil einer Gesamtlösung angeboten werden, die für den Endkunden (eine Chemiefabrik) über die eingesparten Energiekosten finanziert wurde. Die komplexe Mehrwertsteuer-Rückerstattung für umweltschonende Projekte und die Nutzung von "Grünen Krediten" mit niedrigen Zinsen waren hier entscheidende finanzielle Faktoren. Es zeigt: In China muss man oft das gesamte Ökosystem und die verfügbaren Finanzierungsvehikel verstehen, um ein technisch überlegenes Produkt erfolgreich zu platzieren. Da kann man schon mal ins Schwitzen kommen, aber die Belohnung ist ein stabiler, langfristiger Marktzugang.

Fortschrittliche Robotik und intelligente Fertigung

Als Antwort auf steigende Lohnkosten und den demografischen Wandel treibt China die Automatisierung mit aller Kraft voran. "Intelligente Fertigung" ist ein Kernstück der "Made in China 2025"-Initiative. Gefördert werden nicht nur Industrieroboter, sondern vor allem integrierte Lösungen: Roboter mit integrierter KI-Vision für die Qualitätskontrolle, kollaborative Roboter (Cobots) für die Montage, autonome fahrerlose Transportsysteme (AGVs) für Lager und Fabriken sowie die digitale Vernetzung aller Produktionsanlagen (Industrial Internet of Things, IIoT). Die Chancen für ausländische Investoren liegen in der Präzisionsmechanik, in speziellen Antriebs- und Steuerungstechnologien, in hochwertigen Sensoren und in der übergeordneten Fertigungs-Exekutions-Software (MES).

Bei einem japanischen Zulieferer von Präzisionsgetrieben für Roboterarme war der Markteintritt zunächst schleppend, da die lokale Konkurrenz preislich aggressiv war. Der Durchbruch gelang, als das Unternehmen sich auf die Nachrüstung und Optimierung besteiner Roboterlinien in der Automobilindustrie spezialisierte. Durch den Fokus auf "Total Cost of Ownership" – also längere Lebensdauer, weniger Ausfallzeiten, höhere Genauigkeit – und die Einbindung in lokale "Smart Manufacturing Demonstration Projects" konnte es sich als Premium-Anbieter etablieren. Eine wichtige Erfahrung hier: Die lokale Produktion ist oft nicht sofort erforderlich, aber ein Technik- und Servicezentrum vor Ort ist unerlässlich. Die behördliche Registrierung einer solchen "Wartungs- und technischen Beratungsstelle" ist weniger komplex als eine Fabrik, erfordert aber dennoch einen klaren Geschäftsplan und Nachweis über qualifiziertes Personal – auch hier gilt es, die Formalitäten im Voraus zu klären, um böse Überraschungen zu vermeiden.

## Zusammenfassung und Ausblick

Wie wir gesehen haben, sind die konkreten Bereiche der chinesischen Förderindustrien vielfältig, tiefgehend und bieten weit mehr als nur oberflächliche Subventionsanreize. Es handelt sich um eine langfristige, strategische Ausrichtung des gesamten Wirtschaftsgefüges. Die größten Investitionschancen liegen für ausländische Akteure häufig in den hochspezialisierten Nischen, in der Bereitstellung von "Enabling Technologies" und in der Integration in lokale Ökosysteme und Pilotprojekte. Erfolg erfordert ein tiefes Verständnis der politischen Richtung, Geduld und die richtige Wahl der lokalen Partner und des Geschäftsmodells. Der administrative Aufwand – von der Unternehmensregistrierung über Steueroptimierung bis hin zu Produktzertifizierungen – ist beträchtlich, aber mit professioneller Begleitung beherrschbar.

Meine persönliche, vorausschauende Einschätzung nach über zwei Jahrzehnten in diesem Feld: Die nächste Phase der chinesischen Industriepolitik wird noch stärker auf "Autonomie und Kontrolle" in kritischen Lieferketten sowie auf die grüne Transformation abzielen. Gleichzeitig wird der Wettbewerb um Technologieführerschaft härter. Für Investoren bedeutet das, dass reine Kapitalbeteiligungen ohne operativen Mehrwert oder Technologietransfer schwieriger werden. Die Zukunft gehört hybriden Modellen: Partnerschaften, bei denen beide Seiten echtes Know-how einbringen und von der Dynamik des chinesischen Marktes sowie der politischen Unterstützung profitieren. Wer bereit ist, diesen Weg mit der nötigen Ernsthaftigkeit und kulturellen Sensibilität zu gehen, für den bleibt China einer der spannendsten und chancenreichsten Märkte der Welt. Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon mit vielen Wendungen – aber genau das macht es ja auch so faszinierend.

--- ## Einschätzung der Jiaxi Steuerberatung

Aus unserer langjährigen Praxis bei der Betreuung internationaler Investoren in Chinas Förderindustrien lässt sich eine klare Erkenntnis ableiten: Der regulatorische und steuerliche Rahmen ist kein statisches Hindernis, sondern ein dynamisches Spielfeld, das aktiv gestaltet werden kann und muss. Erfolg misst sich nicht allein am